Einsiedler Hauptstraße 36
vormals Tischlerei Otto Weißer

Über die Bau- und Möbeltischlerei Otto Weißer sind leider nur wenige Daten bekannt.

Das Grundstück befindet sich direkt an der Außenseite der Zwönitzkurve kurz nach der ehemaligen Bößneck-Brücke. Als heutigen markanten Orientierungspunkt kann man wohl die Konditorei Fiedler heranziehen, von da betrachtet schräg gegenüber in nördlicher Richtung arbeitete die Firma Weißer “mit Dampfbetrieb”, wie uns das Firmenschild verrät. Das Foto oben (Karsten Hansch) ist wohl um 1925 entstanden.
Das Wohngebäude vorne bildete mit Werkstatt (rechter Bildrand) und Lager (links erkennbar) ein “U”.
Die kleine Brücke im Vordergrund führt über den Mühlgraben der Verbandwattefabrik Gustav Lippmann (später Vinora).

Zwei Werbeannoncen. Oben aus dem “Einsiedler Wochenblatt” 1935, links aus einer Broschüre von 1926.

Familienangehörige und Angestellte von Otto Weißer vor einem dem Anlass entsprechend geschmückten Festwagen.
Karsten Hansch, einem Nachfahren der Familie Weißer, ist es gelungen, den meisten Personen auf dem Foto ihre namentliche Identität zurück zu geben. Die Auskünfte dazu gab Frau Marianne Götze. Sie war die einzige Überlebende in der Hauptstraße 36 beim Bombenangriff am 5. März 1945.

Die Personen vor dem Wagen von links:
Bruno Weißer, Paul Weißer, Karl Weißer (kleiner Junge), zwei Gesellen (derzeit namentlich nicht bekannt),
Otto Neubert (hat eine Schwester von Bruno Weißer geheiratet, war Lebensmittelhändler in Kleinolbersdorf) Gustav Oertel (mit Stock), Otto Weißer (unscharf), Kurt Hofmann (Der “Milchladen-Hofmann” in der Hauptstraße 83. Verheiratet mit Else Hofmann geb. Weißer.)
Auf der Ladefläche von links:
Elsa Weißer, Ella Weißer
Auf dem Kutschbock von links:
Dieter Schuster (nachmals Schuldirektor zu Einsiedel), Werner Riedel (später wohnhaft Scholl-Straße), Paul Lißner

Im Hintergrund sehen wir den Giebel von Hauptstraße 74 (Schmiede Max Fischer), der Festwagen befindet sich also auf dem Plan.
Der Grund für diesen Festumzug ist leider nicht bekannt, der Zeitraum aber ist im Bilde leicht erkennbar: im “Dritten Reiche”.
(Foto: Karsten Hansch)

Und noch ein weiteres Familienfoto aus der “guten, alten Zeit”.
Anlässlich einer Kindtaufe haben sich viele Familienmitglieder für den Fotografen positioniert.
Familienoberhaupt und Tischlerei-Inhaber Otto Weißer stehend Dritter von links.
Aber auch alle anderen abgebildeten Personen sind namentlich bekannt.
(Foto: Karsten Hansch)

Links eine Aufnahme wohl aus den 1930er Jahren, rechts die Zerstörungen vom März 1945. Die in den Grundmauern erhaltene Ruine in der Bildmitte gehört zum Lißner-Bauer, von der Tischlerei Weißer blieb nur der Schutt im Vordergrund. Totalzerstörung! Der Begriff "...bis auf die Grundmauern" wurde hier traurige Realität. Die Ruine am rechten Bildrand gehört zur Verbandwattefabrik Gustav Lippmann.
(Fotos: links Ingobert Rost, rechts Haus & Grund Einsiedel)

Das Gebäude wurde in dieser Form nicht wieder errichtet. Am 21. April 2007 erinnert nichts mehr an die ehemalige Nutzung des Grundstückes, das heutige Wohnhaus hält sich hinter dicken Bäumen und Hecken versteckt...

 

 

Einsiedler Hauptstraße

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