Einsiedler Hauptstraße 127   vormals
"Cigarren-Kunze" und Maßschneiderei Kahle

 

Ehemalige Ortslistennummer/Brandkatasternummer 6 F

 

 

Das Gebäude Hauptstraße 127 in einer Aufnahme aus den 1920er Jahren.
(Foto: Jürgen Krauß)


Annoncen rechts:
Im Jahre 1926 finden hier den Tabakwaren-Großhandel von Ernst Kunze und in den 1930er Jahre die Maßschneiderei Erich Kahle.
Leider liegen für beide Männer keine weiteren Informationen vor.
(Annonce: Ingobert Rost)

Oben links und oben sehen wir das Gebäude auf zwei Fotos aus den frühen Jahren des Dritten Reiches zwischen 1933 und 1935. Die Bilder zeigen uns zum einen die Freiwillige Feuerwehr Einsiedel und die örtliche HJ. Man kann nur vermuten, was die HJ sang und die Feuerwehr musikalisch untermalte:

“Wir werden weiter marschieren,
wenn alles in Scherben fällt,
denn heute da hört uns Deutschland
und morgen die ganze Welt.”

Und wenn wir jetzt das Foto links betrachten, wollen wir auch gleich noch zweite Strophe dieses Liedes zitieren:

“Und liegt vom Kampfe in Trümmern,
die ganze Welt zuhauf,
das soll uns den Teufel kümmern,
wir bauen sie wieder auf.”

Nun, und genau dieser Aufbau ist beim Gebäude in der Hauptstraße 127 nicht geschehen, nachdem es wie so viele Einsiedler Häuser den alliierten Bombern am 5. März 1945 zum Opfer gefallen war.

Auch die HJ ist ganz verstummt. Eine andere Kinder- und Jugendorganisationen einer anderen Ära schmetterte jetzt andere Lieder auf eine andere Führung und auch die Feuerwehr spielte fortan andere Musikstücke.

Zum Foto noch eine kurze Erklärung. Der Trümmerhaufen ganz vorne im Bild gehört zum Gebäude Hauptstraße 129, Besitzer Max Schütz (...dem auch “Drei Eichen” gehörte). Dieses Haus erkennen wir auf den beiden “Umzugs-Fotos” oben jeweils am rechten Bildrand. Von diesen Gebäude kündet heute gar nichts mehr, einstmals stand es aber links neben der heute noch vorhandenen Turnhalle (Hauptstraße 131).

Doch zurück zur nebenstehenden Abbildung, rechts im Hintergrund sehen wir das zum Grundstück gehörende Nebengebäude. Es steht noch heute und soll uns als Orientierung dienen.

Die beiden Fotos oben geben uns das Aussehen am 15. Dezember 2007 wieder. Das ehemalige Nebengebäude ist heute Wohnhaus. Die Bedachung geht mit dem vorderen Giebel nicht konform. Wir sehen deutlich das Pultdach, obwohl uns der Giebel von vorne betrachtet eine ganz andere Dachform suggeriert. Das rechte “Fenster” der oberen Etage ist aufgemalt.

 

 

Am 23. September 2012 finden wir die ehemalige Brandkatasternummer 6F  
noch immer am Gebäude angebracht.  

 

 

Liebe Gutmenschen, liebe Oberdemokraten!

Wir wissen freilich, dass das oben in zwei kurzen Auszügen zitierte Lied von Hans Baumann "Es zittern die morschen Knochen" in Deutschland nicht so ohne weiteres publiziert werden darf. Wir versichern, den Liedtext hier nur im geschichtlichen Kontext bezüglich der oben publizierten alten Fotos auszugsweise wiedergegeben zu haben. Also: Schnappatmung runterfahren!

 

 

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