Einsiedler Hauptstraße 122
vormals Bäckerei Oskar Nötzel

Viele Jahrzehnte hindurch befand sich in der Hauptstraße 122 die Bäckerei Nötzel, ein Familienbetrieb.

1919 von Oskar Nötzel als bestehende Bäckerei gekauft, führte später dessen Sohn Werner das Geschäft fort.
1976 wurde die Bäckerei aus gesundheitlichen Gründen geschlossen, indes finden wir das Gebäude in seiner Form noch heute.
(Foto: Jens Nötzel)

Das auf dem linken Foto gut zu erkennende Fachwerk versteckt sich heute unter einer Holzverschalung, aber...

...im Juni 2008 wurde diese erneuert und das alte, handgezeichnete Firmenschild, das jahrzehntelang darunter verborgen war, kam noch einmal zum Vorschein.

 

 

Und auch der seinerzeitige Zeichner ist noch problemlos identifizierbar. Malermeister Hans Kempe aus dem Nachgebäude Hauptstraße 124 hat sich der Nachwelt mit einem kleinen Namensschriftzug empfohlen.
 

Aber gehen wir geschichtlich noch weiter zurück. Man schreibt das Jahr 1919, als im April der Bäckermeister Arthur Frey eben dieses Grundstück an den aus Stollberg stammenden Bäcker Friedrich Oskar Nötzel für 29.000 Mark verkauft.
In nebenstehenden Kaufvertrag wurde beurkundet, das nicht nur Haus & Grund, sondern auch sämtliches zum Bäckereibetrieb notwendiges Inventar mit veräußert wurde. Das in diesem Schriftstück Oskar Nötzel als “Bäcker”, also ohne “-meister”, bezeichnet wurde, lässt uns schlussfolgern, dass er zum Zeitpunkt noch ohne entsprechende Meisterprüfung war, diese aber zeitnah bestanden haben muss, da es für die selbständige Führung eines Handwerksbetriebes unabdingbar war.
Und wir sehen auch, dass die Bäckereitradition für das Grundstück Hauptstraße 122 noch vor der Familie Nötzel begründet wurde.
(Vorlage: Jens Nötzel)

Die Einsiedler Bäckerinnung, ein Foto zwischen 1933 und 1935. Oskar Nötzel ist mit einem “X” gekennzeichnet.
Diese Einkaufsgenossenschaft, eine Art Großhandel, befand sich bis 1958 in der Seilerstaße 5. (Dieses Lagergebäude, im hinteren Grundstücksteil gelegen, ist noch heute vorhanden.) Das nebenstehende Foto indes entstand vor dem Nordgiebel des “Schocken-Baus” Neue Straße 11-15, seinerzeit Hans-Schemm-Straße.
(Foto: Haus & Grund Einsiedel)

Werbeannonce aus dem Jahre 1926.
(Vorlage: Ingobert Rost)

 

 

Links: Eine sogenannte “Hausliste”, 1934 für das Finanzamt Chemnitz-Land angefertigt, gibt uns Auskunft darüber, dass sich damals drei Wohnungen im Haus befanden und dass das Gebäude wohl schon zwischen 1864 bis 66  errichtet wurde, das Nebengelass 1890.
(Vorlage: Jens Nötzel)

Zwei Aufnahmen aus den 1930er Jahren zeigen das Grundstück von rückwärtigen Wald aus. Gut erkennbar hier das recht große Nebengebäude. (Fotos: Jens Nötzel)

Das Gebäude am 4. November 2009.

Im Sommer 2010 ließ die Familie ein Gemälde an der Vorderfront anbringen, das von der Vergangenheit des Gebäudes Auskunft gibt und nunmehr auch allen “Nicht-Vorbeigehenden” in Form der unten stehenden Fotografie gezeigt werden soll...

 

 

Einsiedler Hauptstraße

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