Einsiedler Brauhaus 1990 bis 2014
Einsiedler Brauhaus GmbH - Privatbrauerei

Teil VI  Einsiedler Brauhaus GmbH, Privatbrauerei

 

 

 

Seit der Privatisierung im Jahre 1990 entwickelte sich das Brauhaus zu einer der größten konzernunabhängigen Brauerei in den “neuen” Ländern. Das Kernabsatzgebiet liegt in einem Umkreis von 50 km, aber es gibt auch andere Lieferziele in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Kleine, aber um so imagewirksamere Liefermengen gingen nach Dubai, China, Italien und Thailand.
Viele Vereine unterschiedlicher Größe können sich finanziellen Zuwendungen erfreuen. Umfangreiche Marketingmaßnahmen und Sponsoring größerer Veranstaltungen halten die Marke im Gedächtnis der Verbraucher fest.
 

1990
erfolgt die Reprivatisierung. Dem Marktredwitzer Unternehmer-Ehepaar Leutheußer wird das Einsiedler Brauhaus zurück übertragen, da Frau Leutheußer eine Enkelin von Hermann Winterling ist. Noch vor dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober braut man in Einsiedel bereits wieder nach dem deutschen Reinheitsgebot.
Unverzüglich begonnene Marketingmaßnahmen schaffen es, den aus DDR-Zeiten übernommenen Makel der “Einsiedler Sterbehilfe” zeitnah aus der Welt zu schaffen und der Marke “Einsiedler” wieder einen klangvollen Namen zu verleihen. Beginnende technische Erneuerungen bringen das Brauhaus sukzessive wieder auf den Stand der Zeit.
 

1991
Eine neue Fassbierabfüllanlage wird in Betrieb genommen.
Rechts ein Briefumschlag aus der frühen Nachwendezeit.

 

1992
Durch die Gemeindeverwaltung Einsiedel werden
das Hauptgebäude und der Uhrenturm unter
Denkmalschutz gestellt.
Das Sudhaus wird völlig modernisiert und auch
im Kesselhaus stellt man wieder auf Heizölfeuerung um.
Neue Gär- und Lagertanks werden in Betrieb genommen.
Texthintergrund hier ist ein Briefkopf aus diesem
Zeitabschnitt.

 

 

1993
Einweihung des modernisierten Sudhauses mit neuem, computergestütztem Sudprozess. Unten links ein Blick in die Räumlichkeiten (Foto: Einsiedler Brauhaus).

Im gleichen Jahr findet das 1. Einsiedler Brauereifest statt, das ursprünglich eine jährliche, später dann eine alle zwei Jahre stattfindende Traditionsveranstaltung begründet.
Die Einsiedler Brauereifeste finden grundsätzlich regen Zuspruch.

Ebenfalls 1993 wird das Gebäude Hauptstraße 148, auf dem Brauereigelände an der Ecke Eibenberger Straße gelegen, abgerissen.

Viele trauerten dem schönen Motiv an der südlichen Giebelseite nach. Das Gebäude wurde als Wohnhaus (Werkswohnungen) genutzt.
Die Aufnahme rechts ist wohl Anfang der 1970er Jahre entstanden.
(Foto: Haus & Grund Einsiedel)

Für das architektonisch recht anspruchslose Bauwerk, welches heute an gleicher Stelle steht, gibt es eine separate Seite.

1998
Mit der Einweihung einer neu errichteten Weißbieranlage am 23. April stellt das Brauhaus als erste sächsische Brauerei (wieder) Weißbier her, welches in den 1920er Jahren bereits einmal als Einsiedler Bierspezialität bekannt war. Am gleichen Tage eröffnet das kleine Brauereimuseum (siehe die beiden nachfolgenden Fotos vom 16. Januar 2008).
Am 6. August übergibt die Familie Leutheußer ihre Gesellschafteranteile an den langjährigen Prokuristen und Geschäftsführer Frank Kapp und den Rechtsanwalt Hans-Dieter Oermann.
Ab November unterhält das Brauhaus seine eigene Homepage.

1999
Zum “Tag des deutsches Bieres” am 24. April wird das “Einsiedler Landbierbrot” präsentiert. Es entstammt der Zusammenarbeit mit dem Einsiedler Bäckermeister Fiedler.
Das Brauhaus wird Co-Sponsor beim “Chemnitzer Fußballclub” (CFC).

 

Lange Jahre gab es anlässlich des Brauereifestes
Hubschrauber-Rundflüge, so auch 1999 (Foto rechts).
(Foto: Haus- und Grund Einsiedel)

2000
Eine neue 0,33 L Mehrwegflasche wird eingeführt.

2001
Produktionsbeginn der Biersorte “Doppelbock”. Die “Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft" (DLG) zeichnet die Einsiedler Hauptbiersorte “Landbier” mit einer Bronzemedaille aus.

2002
Den Marktanforderungen nach Biermischgetränken kommt man mit der Neueinführung der Sorte “Cola@Weizen” nach. “Landbier” erhält von der DLG eine Silbermedaille. Mit der Technischen Universität Chemnitz wird ein Partnerschaftsvertrag geschlossen, der Studenten die Möglichkeit von Praktika und Diplomarbeiten im Brauhaus gibt.


Foto rechts: Der Schalander

2003
Zur Bestückung von Bierkästen und zur Selektion kaputter Flaschen kommen Roboter zum Einsatz. In einer Stunde können 25.000 Flaschen gefüllt, verschlossen, etikettiert und in Kästen gestellt werden. “Einsiedler” wird Hauptsponsor beim CFC, um die 200.000 Euro gehen in die neue Spielsaison.
 

2004
Für den Einbau von vier neuen Gärbehältern muss das Dach geöffnet werden.
Unten sehen wir einen dieser Gärbehälter, die vier Wechselbilder (4 sec.) rechts zeigen uns den aufwendigen und kostenintensiven Einbau.
(Fotos: Peter Hollstein)

2005
110 Mitarbeiter produzieren um die 200.000 hl Bier. Stargäste des 13. Brauereifestes vom 17.-19. Juni sind “Lück und Holm auf Tour” (Thomas Lück und Andreas Holm).

 
Die Brauerei am 17. September 2005. Im Hintergrund das denkmalgeschützte Sudhaus mit Glockenturm, im Vordergrund das Bürogebäude.
Früher ebenfalls als Wohnhaus genutzt, beherbergt es zum Zeitpunkt die Geschäftsleitung, den Versand, den Vertrieb sowie den Innendienst.
 

Unten zwei weitere Fotos aus 2005, beide vom
18. Dezember:
Das Brauhaus in der “Weihnachtsausführung”.


2006

An dieser Stelle wollen wir einmal (stellvertretend für vieles andere) zwei Aktivitäten der Brauerei kurz publizieren:

Zum einen Sponsoring, hier als Beispiel von vielem ein Radrennen. Im unten abgebildeten Fall die 27. Erzgebirgsrundfahrt (U23) am 28. Mai 2006. Eine Veranstaltung, welche grundsätzlich reichlich Zuschauer anlockt. Start und Ziel war, wie kann es anders sein, am Brauhaus. Bei dieser zusammen mit dem Chemnitzer Polizeisportverein ausgetragenen Veranstaltung geht es um den begehrten “Brauhaus-Pokal”.


Eine Unternehmung ganz anderer Art gab es wenige Tage vorher. Zum Himmelfahrtstag (25. Mai) wird ein eigens errichteter Behelfsbahnsteig eingeweiht, an dem die Züge der “Erzgebirgsbahn” zu diversen, von der Brauerei ausgerichteten Veranstaltungstagen halten.
Rechts der Bahnsteig am Vortag (24. Mai 2006), selbstredend mit entsprechenden, wenn auch von der Bahnnorm abweichendem Schild.

 “Viktoria Stadion” bezieht sich auf
 den Einsiedler Fußballverein mit
 Sportplatz und Kneipe vis-á-vis.

 


Unten dann die Einweihung bei leider grottenschlechtem Wetter durch die Geschäftsführer von Erzgebirgsbahn und Brauhaus. Naja, wenn schon die Vorsehung schlechtes Wetter brachte, so legte sich doch die Mochauer Dixieland-Band ordentlich ins Zeug...
Der Jahresumsatz 2006 betrug 17 Mio. Euro.
Mitarbeiterstand: 120, davon 16 Lehrlinge.
Der Stargast des 14. Brauereifestes (16.-18. Juni) war Frank Zander.

2007
Der Mitarbeiterstand ist 125 Mann hoch, davon sind 15 Lehrlinge. Es erfolgen Investitionen von 1,3 Mio. Euro in eine neue Füll- und Verschließanlage. Der Stargast des 15. Brauereifestes (15.-17. Juni) war Mike Krüger.
Mit 350.000 hl Ausstoß ist das Einsiedler Brauhaus die größte Chemnitzer Brauerei. In der ganzen Stadt wurden 2007 530.000 hl Bier ausgestoßen und somit also weit mehr als die Hälfte davon in Einsiedel
(...mit 160.000 hl folgt weit abgeschlagen die Brauerei “Braustolz” in Chemnitz-Kappel).
Der größte Teil des Einsiedler Bieres wird an den Einzelhandel verkauft, nicht einmal zehn Prozent werden über die Gastronomie abgesetzt.
 

Echt Einsiedler Böhmisch

2008
Zum “Tag des Deutschen Bieres” am 23. April wird eine alte Spezialität aus dem Jahre 1903 wiederbelebt, das “Echt Einsiedler Böhmisch”. Das Bier mit einem Alkoholgehalt von 5% und 12,5% Stammwürze ist von kräftiger goldgelber Farbe und wird neben “Schwalbe-Bräu” als zweites historisches Bier das Einsiedler Sortiment ergänzen. Rechts das originale Flaschen-Eikett.
Bei dem vom 13. bis 15. Juni stattfindenden 16. Brauereifest (Fotos unten) ist die holländische “Hermes House Band” der Stargast.

Der historische, denkmalgeschützte Turm am 15. Juni 2008. Wenn wir in seinem Inneren die eiserne Wendeltreppe emporsteigen, erreichen wir das alte, originale Uhrwerk. Jeden Freitag wird es aufgezogen und zeigt den Einsiedlern, was die Stunde geschlagen hat.
Eine wichtige Sache, sieht man doch im Jahre 2008 im Sommer von der Turmuhr der Kirche gar nichts, da die Kastanien davor alles verdecken und sich das Grünflächenamt zu Chemnitz beharrlich weigert, diese auszuschneiden.
Und auch an der Rathausuhr dreht sich 2008 kein Zeiger...nun, wenigstens ist im Oberdorf die Zeit nicht stehen geblieben.

120 Mitarbeiter (davon acht Auszubildende) produzieren 2008 etwa 420.000 Hektoliter Bier in
13 verschiedenen Sorten sowie eine (rote) Fassbrause.


2009

Am 17. März scheidet der Geschäftsführende Gesellschafter Frank Kapp aus der Unternehmensleitung aus. Er wolle “ein wenig kürzertreten” begründet Kapp diesen Schritt und gibt seine Anteile (45%) an der Brauerei ab.
Der Franke Hans-Dieter Oermann, seit 1998 neben Kapp zweiter Geschäftsführer, leitet das Brauhaus allein weiter.
Stargast beim 17. Brauereifest vom 13. bis 14. Juni war die britische Popband “Smokie”. Mit etwa 1.000 Besuchern auf dem Brauereihof herrschte zum Zeitpunkt fast der Ausnahmezustand.
 

2010
Ab 1. Juli übernimmt mit der "Getränke Zukunft Vermarktungs GmbH" eine Vertriebsgesellschaft den gesamten Vertrieb und die Markenführung.

Auch gibt es 2010 erstmals kein Brauereifest, man geht bezüglich dieser Feierlichkeit in einen Zweijahresrhythmus über.

2011
Einmalige Auflagen wie das Landbier mit einem Sonderedikett anlässlich des 111jährigen Jubiläums der Einweihung des Einsiedler Rathauses am 16. Juli 1900 sind Zeichen innovativer Marketingmaßnahmen.

Stargäste beim 18. (19.?) Brauereifest waren Right Said Fred.

 

 

2012
...gab es kein Brauereifest, dafür aber -wie immer- Maibaumsetzen und Himmelfahrtsparty.
Im gleichen Jahre begann der Neubau einer Lagerhalle an der Ecke zur Eibenberger Straße, siehe dazu die separate Seite.
Die Mitarbeiteranzahl liegt bei 85 Personen.
 

2013
Das Bürogebäude am 24. August 2013.
Auch an diesem Gebäude zeigen sich dem Vorbeigehenden die Traditionen des Brauhauses. Am Fries erkennen wir Ochsen- und Pferdegespann und Männer bei den einstmals noch in viel Handarbeit ausgeführten brauereitypischen Tätigkeiten.

 

Ganz großartig war in diesem Jahr auch das Brauereifest am 15. und 16. Juni.
Unten neun Wechselbilder (6 sec.), die einen kleinen Einblick ins Geschehen dieser beiden kurzweiligen Tage zeigen.
Das gebotene Programm und die Vielfalt der Unterhaltungen war viel umfassender, als uns die wenigen Bilder unten suggerieren. Wir gehen aber davon aus, dass hier die meisten eigene Fotos und Erlebnisse haben.
Ebenso sind mal noch drei Video-Schnipsel eingefügt. “Biba und die Butzemänner” und Drift-Show wurden mit der Spiegelreflexkamera “gedreht”, die Lasershow mit einem Smartphone aufgenommen - also in allen drei Fällen bitte jetzt hier keine professionellen Unterhaltungsshows erwarten...

 

 

 

 

 

 


2014
Seit 1. Januar übernimmt das Brauhaus die Markenführung und den Vertrieb wieder selbst - Tätigkeiten, die erst Mitte 2010 an die “Getränke-Zukunft Vermarktungs GmbH” übertragen worden waren.

Die Mitarbeiterzahl ist auf 75 Personen gesunken. Allerdings verspricht sich das Brauhaus für dieses Jahr eine Steigerung des Bierausstoßes auf
270.000 Hektoliter. Das sind um die 20.000 mehr als im Vorjahr. Der milde Winter 2013/14 und vor allem die Fußball-WM in Brasilien ließen den Bierabsatz in Deutschland im ersten Halbjahr 2014 um 4,4% steigen. Ein Trend, der auch im Einsiedler Brauhaus angekommen war - es herrscht Optimismus. Mittlerweile wird auch wieder ein Lehrling ausgebildet.

 

 

 

 

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